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Nachhaltige Landwirtschaft bei AUSTRIA JUICE

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Jörg Schultz, R&D Process and Technology Project Manager bei AUSTRIA JUICE, berichtet im Interview über die Projekte für nachhaltige Landwirtschaft in Ungarn und Polen – und über das internationale Engagement für Sustainability.

Seit mehr als 20 Jahren setzt AUSTRIA JUICE auf Nachhaltigkeit in den drei Bereichen Wirtschaft, Umwelt und soziales Engagement. Jörg Schultz ist bei AUSTRIA JUICE für Sustainability verantwortlich und gibt Einblick in die zukunftsträchtige Art, nachhaltig Getränke zu produzieren:

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit heute in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie?

Eine sehr große! Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit. Die Rohware rückt immer mehr in den Fokus, Hersteller und Kunden wollen heute bis zum Ursprung zurückverfolgen können, woher die Ware stammt. Die Kunden möchten dabei auch wissen, ob die Vertragspartner langfristig und gut von der Zusammenarbeit mit den Herstellern leben können.

Austria Juice betreibt derzeit zwei Integrated Plantation Projekte mit nachhaltigem Vertragsanbau im Ausland – eines in Ungarn und eines in Polen. Was war der Auslöser für dieses Engagement?

Nachhaltigkeit ist für Austria Juice seit langem integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Diese beginnt bereits lange vor der industriellen Veredelung agrarischer Rohstoffe bei deren Beschaffung und erstreckt sich über die gesamte Wertschöpfungskette. Daher beschlossen wir im Jahr 2000, ein erstes Integrated Plantation Projekt in Ungarn zu starten. 2007 folgte das zweite Projekt in Polen.

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Warum haben Sie Ungarn ausgewählt?

Wir betreiben in Ungarn fünf Produktionsstandorte und sind sehr gut vernetzt. Wir erkannten damals einen Unterstützungsbedarf, weil viele Bauern ihre Landwirtschaften aufgegeben hatten, nachdem die Abnehmer ausblieben und sie auch wirtschaftlich nicht weiterkamen. Zudem waren viele auch untereinander nicht vernetzt. Hinzu kommt, dass die Voraussetzungen für den Anbau von Apfelbäumen in Ungarn ideal sind. Das Gleiche zeigte sich später in Polen.

Welche Strategie haben Sie verfolgt?

Bei der Entwicklung des Projektes haben wir mit Forschungsinstituten in Deutschland und Ungarn zusammengearbeitet. Wir suchten gemeinsam mit Experten die besten Apfelbaumsorten aus, die zur dortigen Bodenbeschaffenheit passen und starteten den nachhaltigen Anbau gemeinsam mit den ungarischen Apfelbauern. 

Wie läuft die Zusammenarbeit ab und wie profitieren die Bauern davon?

Zu Beginn des Projektes haben wir die Bäume, die von einer regionalen Baumschule in Ungarn stammen, für die Bauern vorfinanziert. Es wurden resistente Apfelsorten ausgewählt, die rund 60 Prozent weniger Pestizide brauchen. Dadurch können die Bauern einerseits Kosten sparen, andererseits tragen wir zum Schutz der Umwelt bei und tragen dem Bedürfnis der Konsumenten nach natürlichen Produkten Rechnung.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Landwirten?

Wir nehmen die Landwirte langfristig unter Vertrag und garantieren ihnen Lieferabnahme. Außerdem halten wir unterschiedliche Schulungen für die Landwirte ab – etwa, wie man Felder effizient bewirtschaftet, die Maschinen richtig wartet, Chemikalien korrekt aufbewahrt, Dokumentationen erstellt etc. Dies sichert sowohl die Qualität als auch den Ernteertrag. Dafür gibt es eigene Berater, die immer für unsere Landwirte verfügbar sind. Nachdem dieses Projekt des nachhaltigen Apfelanbaus sowohl für uns als auch die Landwirte eine Win-Win Situation darstellt setzten wir im Jahr 2007 das gleiche Konzept in Polen um.

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Wie tragen diese Projekte zum Umweltschutz bei?

Wie bereits erwähnt, vermeiden wir von Anfang durch die ausgewählten Bäume mit resistenten Apfelsorten, dass unnötig viele Pestizide angekauft werden. In punkto Wasser schauen wir uns gemeinsam vor Ort an, welche Art der Bewässerung Sinn macht, da Regenfälle weniger werden.

Aus beiden Projekten stammen 18 Prozent der weltweit von Austria Juice verarbeiteten Äpfel. Ist ein Ausbau geplant?

Der Anteil steigt stetig. Wir werden weiterhin einen Fokus auf unsere Nachhaltigkeitsprojekte legen um immer vor dem Markt zu sein. Nachhaltigkeit in der Getränkeindustrie ist ein Muss. Unser Credo ist, zu agieren und nicht zu reagieren.

Wie erfolgreich ist das Konzept heute?

Erst 2017 haben wir das System bei der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) verifizieren lassen. Dazu gab es einen Fragebogen mit 112 Fragen, der die drei Bereiche der Nachhaltigkeit beinhaltet – ökonomisch ökologisch und sozial. Bei diesem Audit wurde das Projekt durchschnittlich mit Silber und Gold bewertet.

Das sind tolle Erfolge!

Noch wichtiger als diese Bewertung ist uns die Kooperation mit den Bauern, und dass wir uns gemeinsam weiterentwickeln.

Bei der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) ist AUSTRIA JUICE auch seit 2014 aktives Mitglied. Sie bietet industriellen Veredlern hilfreiche Instrumente zur Evaluierung und Dokumentation guter Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Lieferkette an. Wie engagieren Sie sich hier für Sustainability?

Wir sind aktives Mitglied bei der SAI.
Im Rahmen der SAI Konferenz in Polen haben wir etwa einen Field Trip zu unseren Vertragsbauern für Interessierte verschiedener Branchen aus der ganzen Welt organisiert. Darüber hinaus berichten wir über unsere Erfahrungen bei Podiumsdiskussionen und Veranstaltungen und informieren darüber, welche Systeme wir anwenden.

AUSTRIA JUICE ist auch Mitglied der globalen Initiative The Sustainable Juice Covenant, der sich immer mehr Unternehmen anschließen.

Ja – Ziel der Initiative ist, Beschaffung, Produktion und Handel von Fruchtsäften und Gemüsesäften, Pürees und ihren Konzentraten bis 2030 zu 100 Prozent nachhaltig herzustellen.

Sustainability Report 2019

 

Marina Teufel

Marina TeufelAuthor

Marketing Manager

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